Der Militärökonom Marcus Keupp von der Militärakademie der ETH Zürich hat betont, dass Russland spätestens im Oktober strategisch verloren habe. Die russische Strategie im Krieg gegen die Ukraine sei ein „Desaster“. Russland könne diese „Abnutzungsrate schlicht nicht durchhalten“. Der Militärökonom betonte, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis Putins Armee die Reserven ausgehen. Das russische Verhalten habe „mit militärischer Logik nichts zu tun“.
„Technologisch gesehen eskaliert Russland nach unten. Es findet hier eine große Entzauberung der russischen Armee statt“, betonte Keupp. Putin schicke wegen der immensen Verluste immer ältere Panzermodelle in den Krieg. Keupp habe, wie viele andere Experten, die russische Armee im Vorfeld des Krieges überschätzt. Wenn die russischen Verluste auf diesem Niveau blieben, könne Russland bald „überhaupt keine Operationen mehr durchführen“, betonte Keupp gegenüber dem „ZDF“. Das Einzige, was der russischen Armee dann noch übrig bliebe, wäre sich einzugraben. Laut Keupp wäre das jedoch ein fataler Schritt.
„Die Ukraine geht über von alter, sowjetischer Technologie auf westliche Technologie, also insbesondere vor allem auf westliche Kampfpanzer und Infanteriefahrzeuge, wie zum Beispiel den Bradley oder Marder“, so Keupp. Diesen technologischen Effekt dürfe man „auf keinen Fall unterschätzen“. Sobald die ukrainische Gegenoffensive beginne, werde man den Effekt sehen. Keupp rechnet „Mitte April“ damit. Die jetzt schon hohen Verluste der Russen werden dann noch einmal weiter steigen. Spätestens im Oktober werde die russische Armee „strategisch verloren haben“, so Keupp.
