Russland hat das Einberufungsverfahren für den Militärdienst geändert. Künftig können Einberufungsbescheide elektronisch zugestellt werden, anstatt sie persönlich zu übergeben.
Somit können sich Männer nun nicht mehr der Einberufung entziehen, indem sie nicht an ihrer Meldeadresse wohnen. Ein Wehrpflichtiger, der sich nicht innerhalb von 20 Tagen nach seiner Einberufung beim Militärkommissariat meldet, muss mit erheblichen Einschränkungen rechnen, wie etwa dem Verbot, Auto zu fahren oder Immobilien zu kaufen. Die Änderungen wurden in einer Blitzabstimmung verabschiedet, doch einige Abgeordnete beschwerten sich, dass sie keine Zeit gehabt hätten, den Gesetzesentwurf zu lesen.
Einige Beobachter vermuten, dass es sich bei der Änderung um die Vorbereitung einer neuen Mobilmachung für den Krieg in der Ukraine handeln könnte, auch weil bei der teils chaotisch organisierten Teilmobilmachung im September 2022 Hunderttausende flohen. Der Kreml begründet die Initiative jedoch mit einer allgemeinen Digitalisierung des Lebens.
