Im US-Staat Georgia sorgt ein Fall für Empörung: Im Gefängnis von Fulton County starb ein Häftling infolge extremer Verwahrlosung, nachdem er in seiner Zelle zurückgelassen wurde.
Eine unabhängige Autopsie ergab, dass LaShawn Thompson an Dehydrierung, Unterernährung, unbehandelter Schizophrenie und schwerem Insektenbefall litt, was zu seinem Tod führte. Der Anwalt der Familie, Michael Harper, beschrieb den Zustand, in dem Thompson aufgefunden wurde: ohne Wasser, ohne Nahrung, ohne Medikamente und mit Ungeziefer übersät. Der 35-jährige Afroamerikaner wurde im Juni 2022 wegen des Vorwurfs der minderschweren Körperverletzung verhaftet und wog noch 82 Kilogramm, als er ins Gefängnis eingeliefert wurde. Innerhalb von drei Monaten verlor er circa 15 Kilogramm an Gewicht, bevor er letztendlich Mitte September 2022 verdurstete und verhungerte.
Sein Todesfall war nicht der einzige in diesem Gefängnis: 2022 verstarben dort insgesamt 15 Insassen. Die US-Strafverteidigerin Sarah Flack hält diese Zahl laut „Insider“ für „astronomisch“. Das Büro des Fulton County Sheriffs räumte problematische Zustände in der Einrichtung ein und begründete die hohe Sterberate etwa mit maroder Infrastruktur und Überbelegung. Thompsons Familie fordert, dass der Tod ihres Angehörigen als Mord eingestuft wird, die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden und die Haftanstalt geschlossen wird.
