Um die Nordseesiedlung Rungholt, die 1362 in einer Sturmflut unterging, rankten sich viele Mythen. Nun konnten Forscher den Standort der Rungholter Kirche lokalisieren.
Das Archäologische Landesamt, das Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie sowie die Kieler und Mainzer Universität teilten den erstaunlichen Fund am Dienstag mit. Ein Forschungsteam habe bei der Hallig Südfall eine bislang unbekannte Kette von mittelalterlichen Warften entdeckt, zu denen auch die Überreste der Rungholter Kirche gehören. Die Rungholter Siedlung war einst für ihren Reichtum bekannt, der auf dem Abbau und Handel von Torfsalz basierte. Die Forscher entdeckten sie mithilfe geophysikalischer Methoden. Es folgten Bohrungen und gezielte Ausgrabungen, bei denen schließlich die Fundamente einer 40 mal 15 Meter großen Kirche identifiziert wurden. Insgesamt wurden laut den Forschern auf einer Fläche von über zehn Quadratkilometern 54 Warften, Entwässerungssysteme, ein Seedeich mit Sielhafen und weitere Kirchenreste entdeckt.
