Im Skandal um Cum-Ex-Aktiendeals hat das Landgericht Wiesbaden den Ex-Steueranwalt Hanno Berger wegen schwerer Steuerhinterziehung zu acht Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Zudem sollen aus dem Vermögen des heute 72-Jährigen Taterträge von knapp 1,1 Millionen Euro eingezogen werden, verkündete das Gericht am Dienstag.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Berger von 2006 bis 2008 an Cum-Ex-Geschäften beteiligt war, die zu unberechtigten Steuerrückerstattungen von 113 Millionen Euro führten. Insgesamt wurden bei den 72 von Berger vermittelten Geschäften Dax-Aktien im Wert von 15,8 Milliarden Euro gehandelt. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten gefordert, während die Verteidigung auf einen Freispruch plädierte. Die Aktiengeschäfte haben dem deutschen Staat erheblichen finanziellen Schaden zugefügt und wurden von Akteuren des Finanzsektors genutzt, um sich unrechtmäßig zu bereichern.
