Nach den jüngsten Tarifverhandlungen gibt es nun Gewissheit: Es wird weitere Streiks geben, die wieder zu Zugausfällen und Verspätungen führen. Der genaue Zeitrahmen ist noch unklar. Für die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sei nach den Verhandlungen „ein weiterer Warnstreik unvermeidbar“, wie die Gewerkschaft mitteilte. Die Forderungen der Gewerkschaft sind mindestens 650 Euro mehr im Monat oder zwölf Prozent bei den oberen Einkommen sowie eine Laufzeit von einem Jahr.
„Die Beschäftigen haben ihren Beitrag in der Pandemie mit einem Abschluss von 1,5 Prozent geleistet, jetzt geht es darum, in der Lohnentwicklung nicht abgehängt zu werden“, Gewerkschaftschef Martin Burkert bei der „Augsburger Allgemeinen“. DB-Personalvorstand Martin Seiler hingegen schlug einen steuer- und abgabenfreien Inflationsausgleich von insgesamt 2.850 Euro vor. Zudem wolle er Löhne und Gehälter ab März 2024 stufenweise erhöhen. Für die unteren und mittleren Lohngruppen um insgesamt zehn Prozent, für die oberen um acht Prozent.
Ende April war die dritte Verhandlungsrunde gescheitert. Zuvor hatte die EVG Ende März gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi den Bahnverkehr für Stunden komplett lahmgelegt. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Ende Mai geplant. Bahn-Chef Richard Lutz rief dazu auf, die Verhandlungen „unverzüglich“ fortzusetzen.
