Die EU plant offenbar ein neues, einheitliches Pfandsystem für Europa. Damit droht die Vernichtung von Milliarden Bierflaschen in Deutschland. Diese müssten aus dem Verkehr gezogen werden und anschließend mit Präge-Logo und Seriennummer neu hergestellt werden, wie die „Bild“ schreibt. Der Chef des Brauerbunds, Holger Eichele, betonte, dass das EU-Vorhaben „gut gemeint, aber schlecht gemacht“ sei.
„Werden die EU-Pläne Wirklichkeit, müssten wir alle Mehrwegflaschen einschmelzen. Dieser Irrsinn muss verhindert werden“, so Eichele. Laut Eichele werde rund „80 Prozent des Biers in Deutschland in Mehrwegflaschen verkauft“. Es wäre eine „Schande, wenn die EU das erfolgreiche Mehrwegsystem zerstören würde“. Zudem müssten auch Bierkästen geschreddert und neu entworfen werden. Denn diese enthalten laut EU-Plan zu viel Luft.
„Der EU-Plan verlangt, dass die Transportverpackung eines Produktes nicht mehr als 40 Prozent größer ist als das Produkt selbst. Im Falle von Bier würde das bedeuten, dass der klassische deutsche Bierkasten vor dem Aus stünde“, betonte Dirk Reinsberg, Geschäftsführender Vorstand Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels. Experten fordern daher von der EU „eine Ausnahmegenehmigung“ für existierende und funktionierende Pfandsysteme. „Dann könnten die vorhandenen deutschen Bierflaschen und Bierkästen entsprechend ihrer Bestimmung noch Jahre oder gar Jahrzehnte genutzt werden“, so Reinsberg.
