In Hongkong ist es Büchereien nicht mehr gestattet, Bücher zu lagern, die über das Tiananmen-Massaker berichten. Eines der bedeutendsten Ereignisse der jüngeren chinesischen Geschichte ist das Tiananmen-Massaker, bei dem Hunderte, womöglich sogar Tausende Menschen getötet wurden. Am 3. und 4. Juni 1989 schlug die Volksbefreiungsarmee nach den Demokratieprotesten am Platz des Himmlischen Friedens im Zentrum Pekings die Bewegung nieder. Nun dürfen Hongkongs Bibliotheken künftig weder Bücher noch Videos darüber bereitstellen.
Regierungschef John Lee äußerte sich zugunsten der Zensur. „Diese Bücher stehen Menschen in privaten Bücherläden weiter zur Verfügung. Wenn sie sie kaufen wollen, können sie sie kaufen. Bibliotheken müssen sicherstellen, dass sie keine in Hongkong geltenden Gesetze verletzen“, so Hongkongs Regierungschef John Lee. Dies gelte sowohl für Urheberrechte als auch für die Verbreitung von Botschaften, die nicht im Interesse Hongkongs seien.
Der Hongkonger Zeitung „Ming Pao“ zufolge wurden seit 2020 mehr als 40 Prozent der Videomaterialien und Bücher mit „politischen Themen“ aus öffentlichen Bibliotheken entfernt. Begründet wird dies durch eine von der Regierung eingesetzten Prüfungskommission. Die Bücher stünden „offensichtlich im Widerspruch zu den Interessen der nationalen Sicherheit“.
