Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu treibt seine Armee offenbar in die nächste Todesfalle. Das geht aus Einschätzungen der Militärexperten der US-Denkfabrik „Institute for the Study of War“ hervor. Demnach soll Schoigu seinen Oberbefehlshaber im Osten der Ukraine, General Rustam Mudarow, aufgefordert haben, die Stadt Wuhledar „um jeden Preis“ einzunehmen.
Militärexperten vermuten, dass dies vor allem den Spannungen innerhalb des russischen Militärs geschuldet sei. So werde Schoigu dadurch in eine „kostspielige Offensive, die nur geringen strategischen Vorteil bringt“ getrieben. Um Wuhledar einzunehmen, müsste die russische Armee etwa 24 Kilometer vorrücken. Das werde mindestens monatelang dauern, so die Experten.
„Die Wiederaufnahme der Angriffe auf Wuhledar wären für die russische Armee ein Fehleinsatz ohnehin schon stark dezimierter Einheiten. Es ist ein zunehmend sinnloses Unterfangen“, so das ISW. Doch Schoigus Durst nach einem Sieg und Muradows persönliche Motivation könnten dafür sorgen, dass Russland trotzdem eine Offensive auf Wuhledar wagt.
