Ein kurzes Nickerchen nach dem Mittagessen kann die Produktivität steigern. Doch kann der Mittagsschlaf sich auch negativ auswirken, insbesondere in Bezug auf Übergewicht?
Schlafforscher haben in einer aktuellen Studie genau diesen Zusammenhang zwischen der Siesta, dem traditionellen spanischen Mittagsschlaf, und Gewichtszunahme analysiert. Insgesamt wurden 3.275 Erwachsene aus dem Mittelmeerraum untersucht, die mehrheitlich übergewichtige Frauen waren. Die Ergebnisse dieser Studie werfen interessante Fragen auf.
Langes Mittagsschläfchen und höherer BMI: Probanden, die einen längeren Mittagsschlaf machten, hatten einen höheren Body-Mass-Index als Personen, die entweder ein kurzes oder gar kein Nickerchen hielten. Die Forscher stellten auch fest, dass ein längerer Mittagsschlaf mit einem 41 Prozent höheren Risiko für Bluthochdruck und andere Herzrisikofaktoren verbunden war.
Weitere Faktoren und Zusammenhänge: Die Studie legt nahe, dass weitere Faktoren den Zusammenhang zwischen längerem Mittagsschlaf und Übergewicht beeinflussen könnten, die genauerer Forschung bedürfen. So rauchten Langschläfer häufiger und nahmen beim Mittagessen mehr Kalorien zu sich. Zudem verbrachten sie ihre Siesta häufiger im Bett anstatt auf dem Sofa oder im Sessel.
Positive Auswirkungen eines kurzen Mittagsschlafs: Frühere Studien zeigen, dass ein kurzer Mittagsschlaf, auch bekannt als „Power-Nap“, die Gedächtnisleistung verbessern, die Schläfrigkeit begrenzen und die Reaktionszeit erhöhen kann. Es scheint also, dass die Dauer und Art des Mittagsschlafs einen entscheidenden Unterschied machen. Ratsam ist ein Schlaf unter 30 Minuten nach einer Mahlzeit, möglichst nicht im Bett.
